Forschung

InstiTEM sieht es als eine wichtige Aufgaben an, selbst Forschung im Bereich healthcare sowie Medizin- und Kulturgeschichte zu betreiben, sich zu vernetzen und gemeinsam Projekte zu entwickeln und durchzuführen. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf

 
InstiTEM-Projekt 1: TEM-reflexo
37PunkteTEM-Reflexologie als Basis der TEM-Massage, des TEM-Schröpfens und von TEM-Wärmetherapien (Kauter, Phytobustion, heißer Stein) - Medizingeschichtliche Grundlagenforschung zu einer vergessenen therapeutischen Ressource

Projektbeschreibung: Therapeutische Schriften seit der Antike stellen Reflexzonen und Reflexpunkten zusammen, versehen sie mit originellen lateinischen Namen und zeigen anhand von Punkte-Clustern deren konretes therapeutisches Potential bei bestimmten Beschwerde-Clustern und Krankheiten auf. Die Punkte und Zonen lassen sich mit Handgriffen, Schröpfgläsern, Kuhhörnern, heißen Steinen und Eisen sowie mit glimmenden Kräuterhütchen stimulieren und bieten ein überraschendes, heute allerdings beinahe restlos vergessenes Pendant zur asiatischen Reflexologie (etwa im Rahmen der Akupunktur und Akupressur). Von 2010 bis 2013 haben Maurizio Cavagnini und Karl-Heinz Steinmetz die wichtigesten lateinischen Handschriften, deren graeco-arabischen und graeco-persischen Vorläufer sowie die Rezeption in Texten mittelalterlicher Volkssprachen (mittelenglisch, mittelhochdeutsch, altfranzösisch, okzitanisch, gälisch) und in Illustrationen aufgearbeitet, um eine Synopsis aller Punkte und Zonen zu erstellen. Zusammen mit therapeutischen Profis wurde diese synoptische Bestandsaufnahme für den Praxis-Einsatz spezifiziert und optimiert. Auf dieser Grundlage entstanden erste Handbücher, mit denen in den drei Kureinrichtungen der Marienschwestern vom Karmel im Jahre 2013 die Therapeuten trainiert wurden.

Projektpartner:
  • Kureinrichtungen der Marienschwestern vom Karmel: 1. Zentrum für TEM Bad Kreuzen, Aspach, Bad Mühlacken.

Studie/Evaluation: in Vorbereitung

 
InstiTEM-Projekt 2: TEM-gastro
Traditionelle europäische Diätetik (TED) in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rezeptsammlungen Europas im interkulturellen Vergleich - Medizingeschichtliche Grundlangeforschung und Profilierung von Anwendungsmöglichkeiten für die praxeologisch fundierte Ernährungsberatung.

Projektbeschreibung: Die Bibliotheken Europas sind voller Bücher mit Anleitungen, wie man in Sachen Essen-Trinken, Wachen-Schlafen, Aktivität-Ruhe, Ambiente und Emotionen ein gutes Leben führen kann. Eine besondere Rolle spielt die Ernährungsdiätetik auf der Basis der vier Temperamente. Bis 2012 haben Bernhard Huber und Karl-Heinz Steinmetz die Grundlagen einer historisch-vergleichenden Forschung zur Lehre in mittelalterlich-frühneuzeitlichen Rezeptsammlungen Europas und deren graeco-arabischen und graeco-persischen Vorgaben erarbeitet. Erste Ergebnisse wurden auf der Fachtagung „Der Koch ist der bessere Arzt. Diätetik im Mittelalter und in der frühen Neuzeit” im Juni 2013 in Graz und auf der Tagung "Klosterküche. Lebensmittelversorgung, Vorratshaltung, Zubereitung und Mahlzeit in den Klöstern des österreichisch-bayerischen Raumes 1300–1800" im August 2015 in Melk vorgestellt. Der Ertrag dieses Projektes wird gerade in einer ersten Produktlinie für einen Kunden umgesetzt – als TEM-basierte, gastrosophische Genuss- und Gesundheitsküche im Rahmen eines Kulinarik-Betriebs, der im Herbst 2018 eröffnet werden wird.

Literatur:
  • Steinmetz, K.H., Stachel der Benediktsregel. Gastrosophische Reflexionen zum Umgang mit dem Fleischverbot im Umfeld der Melker Reform, in: N.N. (Hg.), Klosterküche – Lebensmittelversorgung, Vorratshaltung, Zubereitung und Mahlzeit in den Klöstern des österreichisch-bayerischen Raumes 1300–1800, Wien 2017, in Vorbereitung.
  • Steinmetz, K.H., Yedoch will ich ekleren uff deine vordrungen – Pragmatisierung der Ernährungsdiätetik im ‚Spiegel der Gesundheit’ des Lorenz Fries von Kolmar, in: Kranich, Karin u.a. (Hgg.), Der Koch ist der bessere Arzt. Zum Verhältnis von Diätetik und Kulinarik im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, Graz 2014, 89–99.
  • Steinmetz, K.H., Gaumen der Kontemplation –
 transzendentale Gastrosophie der christlichen Orden im Mittelalter, in: Kolmer, Lothar/Brauer, Michael (Hgg.), Hedonismus. Genuss - Laster - Widerstand?, Wien 2013, 176–193.
  • Huber, B., TEM - TCM - Ayurveda revisited. Diätetiken im Vergleich, in: EPIKUR. Journal für Gastrosophie, 2/2011.
  • Huber, B., Mönchsregeln der abendländischen Kirche als Leitfaden klösterlicher Esskultur , in: N.N.  (Hg.), Klosterküche – Lebensmittelversorgung, Vorratshaltung, Zubereitung und Mahlzeit in den Klöstern des österreichisch-bayerischen Raumes 1300–1800, Wien 2016, in Vorbereitung.
  • Huber, B., Wenn Regeln und Gebote Freude machen. Hedonismus diätetisch betrachtet, in: Kolmer, Lothar/Brauer, Michael (Hgg.), Hedonismus. Genuss - Laster - Widerstand?, Wien 2013, 160–174.
Academic goes Public:
  • Diverse thematische Kochclubs in Wien, Bad Kreuzen, Salzburg und in Bayern.
  • Vortrag "Gott zwischen den Kochtöpfen" in Österreich und Deutschland.
  • Seminar TEM-Diätetik für die TEM-Akademie Windischgarsten.
 
InstiTEM-Projekt 3: TEM-balneo
35SeelbadTEM-Balneo-Behandlungen aus Spätantike, Mittelalter und Renaissance als therapeutische Ressource für den heutigen Einsatz im Bereich Kurmedizin, Balneotherapie, Präventivmedizin, medical wellness und Gesundheitstourismus

Projektbeschreibung: Balneologie und -therapie als eine wichtige Säule der TEM lässt sich seit Hippokrates von Kos in Schriften nachverfolgen. In der hellenistischen Medizin werden therapeutische Interventionen (beispielsweise des griechischen Thermengymnasiums) – mit Modulen wie Vorbereitungsmassage, Sport- und Fitnessübungen, Detoxbehandlung mit Puder und Schabeisen (stlengis), Trocken- und Dampfsauna, Relaxmassage, Waschungen und Bäder etc. – reflektiert und auf ein "therapeutisches Schema" gebracht. Die römische Balneo-Kultur hat sich hingegen vor allem um die Demokratisierung der Badekultur verdient gemacht und Balneotherapie im Rahmen eines klugen Healthcare-Managements und Gesundheitspolitik flächendeckend realisiert. Die Bademedizin des europäischen Mittelalters und in der Renaissance hat schließlich neue Elemente eingebracht: Verschmelzung der germanischen und slawischen Sauna mit antiken Badetraditionen, Aufbau eines medical-wellness-Netzes durch Klein-Bädern und Klein-Saunen in den europäischen Städten, Neuakzentzierung der Therapie (z.B. Vintusen statt strigilis), intensive Berücksichtigung der spirituellen Dimension des Badens und Saunierens ("Seelbad"). Das in den Handschriften und Inkunabeln niedergelegte balneotherapeutische Wissen stellt eine weitgehend noch ungenutzte Ressource dar, um heutiger Balneotherapie im Rahmen des ersten und zweiten Gesundheitsmarktes sowie des gesundheitsbewussten Tourismus neue Impulse zu geben. Das Projekt legt das traditionelle Wissen neu aus, entwickelt Therapiesequenzen und lotet den konkreten Benefit für Gäste, Klienten, Patienten und Anbieter von TEM-balneo aus. Im Sommer 2017 wird das erste authentische TEM-Badehaus an einem österreichischen Standort realisiert werden.

Literatur:
  • Steinmetz, K.H., Badewonne - Hedonistischer Imperativ in der europäischen Badekultur, in: Kolmer, Lothar/Brauer, Michael (Hgg.), Hedonismus. Genuss - Laster - Widerstand?, Wien 2015, im Druck.
  • Huber, B., Inneres Bad der Gesundheit: Guss. Ein wissensgeschichtlicher Blick in historische Wassergläser, in: EPIKUR. Journal für Gastrosophie, 1/2014.
Academic goes Public:
  • Präsentation und Messestand auf dem Deutschen Bädertag 2011, Bad Krozingen.
  • Präsentation auf der Jahrestagung des Österreichischen Kurorte- und Heilbäder-Verbandes 2015, Bad Radkersburg.
 
InstiTEM-Projekt 4: TEM-spirito
00Noah RolleAuthentische Christliche Spiritualität als therapeutische Ressource für den Einsatz im Rahmen der TEM-Psychosomatik, TEM-Ordnungstherapie und spiritual care.

Projektbeschreibung: In den Schriften der ägyptischen Wüsternväter und -mütter, der mittelalterlichen MystikerInnen sowie geistlicher Autoren bis hinauf zum Barock liegt ein Schatz therapeutischer Interventionen bereit, der bis heute nicht immer die ihm gebührende Aufmerksamkeit erfahren hat: Leib-Übungen (etwa die mittelalterlichen "Zehn Gebärden"), Herz-Meditation (z.B. in der Tradition der Zisterzienser, Karmeliten und Dominikaner), Achtsamkeitsschulung (etwa die Franziskanische Achtsamkeitsmeditation), ungegenständliche Meditation (z.B. gemäß den Anweisungen der kartäusischen Schrift "Wolke des Nichtwissens"). Das Projekt erprobt zunächst die konkreten Möglichkeiten, Chancen und Grenzen solcher therapeutischen Interventionen, um daraus weitere Forschungsfragen abzuleiten und sukkzesive zu beforschen. Ein besonderer Fokus des Projektes liegt auf den therapeutischen Einsatzmöglichkeiten im Rahmen eines wertebasierten Zeitmanagements, der Burn-Out-Prophylaxe und -Behandlung sowie des konstruktiven Umgangs mit äußeren und inneren Stressoren.

Projektpartner:
  • Kureinrichtungen der Marienschwestern vom Karmel: 1. Zentrum für TEM Bad Kreuzen.
Studie/Evaluation:
  • Durchführung einer ersten Testreihe in 2015/2016; Veröffentlichung der Studie im Frühjahr 2017.

Literatur:

  • Steinmetz, K.H., xp-erience. Ein Pilotprojekt der Erzdiözese Wien zur Pastoral im Bereich Spiritualität und Esoterik (Evaluationsbericht), hg. vom Pastoralamt der Erzdiözese Wien – Förderung Geistlichen Lebens, Wien 2012.