SeifeNatur-Seife für "Wangen wie Balsambeete" (Hld 5,13)

Wir alle haben als Kinder gelernt: Seife ist schlecht weil alkalisch; sie macht den Säureschutzmantel der Haut kaputt. Synthetische Waschsubstanzen tun der Haut hingegen gut, denn sie sind pH-neutral. Doch ist diese Auffassung nicht in allen Punkten begründet:

Der basische Charakter von Seife ist für die Haut überhaupt kein Problem. Spätestens nach einer halben Stunde hat die Haut ihren Säureschutzmantel regeneriert! Der große Vorteil einer naturreinen Ölseife ist, dass sie die Haut nur minimal entfettet, so dass die Haut wunderbar weich und geschmeidig wird, während Syndets radikal entfetten und sogar Stoffe enthalten, die Allergien auslösen können.

"Savon de Marseille" – Königin der Seifen

Wer gute Seife ausprobieren will, sollte am besten zum Traditionsprodukt aus Marseille greifen. Seit dem Mittelalter fertigten die dortigen Seifensieder eine wunderbare grüne Seife aus purem Olivenöl. Dann aber wurden die Syndets erfunden und die Seife kam auf die Anklagebank. Heute ist hingegen die Rehabilitation der Naturseife voll im Gange. Auch Klöster versuchen neuerdings mit ihren Seifenkreationen auf dem Kosmetikmarkt Fuß zu fassen.

"Wangen wie Balsambeete"

Und so stellt sich die Frage: Wann werden Sie Ihr erstes Stück echter naturreiner, parfümfreier Seife ausprobieren? Das Stück Kulturgeschichte aus dem Mittelalter, mit dem man den ganzen Körper in milden, cremigen und pflegenden Schaum hüllen kann; das sich vorzüglich für eine wohltuende und hautschonende Nassrasur eignet ...? „Seine Wangen sind wie Balsambeete”, schwärmt die Freundin über ihren Geliebten im berühmten Liebeslied des Alten Testaments, im Hohelied (5,13).

Tipp: So waschen Sie sich mit Olivenölseife richtig!

  • Sie brauchen: ein Stück Marseiller Natur-Seife. Naturseife aus Frankreich erhalten Sie zum Beispiel im Klosterladen des Schottenstiftes (1010 Wien, Freyung 6) oder in Ihrem Bio-Laden.
  • Anwendung: Bei normaler, nicht beeinträchtigter Haut können Sie Olivenölseife bedenkenlos anwenden. Das Einseifen des ganzen Körpers beim Duschen genügt einmal am Tag – mehrmals wäre kontraproduktiv!
  • Bei bestehenden starken Hautirritationen fragen Sie zuvor Ihren Hausarzt oder Dermatologen.